Sankt Johannes Evangelist Tübingen

Die Rieger-Orgel in St. Johannes

Am 4. Februar 1990 wurde in St. Johannes eine neue Orgel geweiht, erbaut von der renommierten Orgelbaufirma Rieger (Vorarlberg), nachdem der Vorgängerin, die 1962 von den Gebrüdern Späth erbaut wurde, kein großes Glück beschieden war.

Die Rieger-Orgel in St. Johannes verfügt über 40 Register, verteilt auf drei Manuale und Pedal, wobei sowohl Schwellwerk (III) als auch Brustwerk (II) schwellbar sind. Die Disposition der Orgel ist den Erfordernissen verpflichtet, das reichhaltige Repertoire an Orgelmusik aller Epochen wiedergeben zu können, insbesondere die französischen Orgelmusik des 19. und 20. Jahrhunderts aber auch der deutschen Barockmusik J. S. Bachs und Dietrich Buxtehudes.

Eine großzügige Spende hat im Frühjahr 2011 dringend notwendige Arbeiten am Schwellwerk ermöglicht: Durch die Verstärkung des Schwellkastens, die Umintonierung des Schwellwerks und den Austausch zweier Zungen-Registers wurde die oft als aufdringlich empfundene Lautstärke der Orgel erfolgreich zurückgenommen.

Die Truhenorgel von Jürgen Kopp

Am 12. Februar 2012 wurde in St. Johannes die neue Truhenorgel eingeweiht. Das Instrument stammt aus der Werkstatt von Orgelbauer Jürgen Kopp aus Aurich/ Ostrfriesland. Die Orgel orientiert sich mit ihren fünf Registern (Gedeckt 8', Prinzipal 8', Flöte 4', Oktav 4'. Flöte 2'), die alle aus Holz gefertigt sind, an süddeutschen und italienischen Vorbildern des frühen Barock und eignet sich besonders zum Begleiten von Vokalmusik. Das sorgfältig gearbeitete und reich verzierte Gehäuse besteht aus Eiche, die Pfeifen aus Fichte, Eiche und Birnbaum, die Tastatur ist aus Buchsbaum und Ebenholz. Die Orgel wird bei Konzerten eingesetzt sowie in der Regel einmal monatlich in der Reihe "Musik zur Truhenorgel", in der Mitglieder des BarockOrchesters St. Johannes oder des Ensemble Officium den Gottesdienst mit  Alten Musik bereichern. Daneben dient sie aber auch zur Begleitung der Kantorei und des Kinderchores bei Auftritten im Altarraum.

Organisten

Von 1971 bis zu seiner Pensionierung 1996 versah der aus Danzig stammende Jan Janca das Amt des Organisten an St. Johannes. Durch zahlreiche Rundfunkproduktionen, die er auf der großen Orgel des Sendesaals des SDR eingespielt hatte, war Janca ein überregional anerkannter Organist. Unter seiner Leitung wurde der Neubau der Rieger-Orgel in Angriff genommen. Janca tritt seit seiner Pensionierung mit zahlreichen Kompositionen vorwiegend für Orgel an die Öffentlichkeit. Seine Werke erschienen u.a. bei Carus, Strube und Bärenreiter.

Von 1997 bis Frühjahr 2014 war Jürgen Maag Organist an der Johannes-Kirche. Er war gleichzeitig Dozent für die liturgie-musikalische Ausbildung der Diözese Rottenburg-Stuttgart am Wilhelmsstift. Jürgen Maag folgte regelmäßig Konzerteinladungen in ganz Deutschland sowie im europäischen Ausland, wo er sich vor allem als Interpret Neuer Musik einen Namen gemacht hat. An Ostern 2014 verstarb Jürgen Maag im Alter von nur 55 Jahren nach langer Krankheit.

Seit Pfingsten 2014 hat Wilfried Rombach zusätzlich zur Leitung der Chöre die Stelle des 1. Organisten und damit die Verantwortung für die Orgel übernommen. Wilfried Rombach studierte Kirchenmusik mit Hauptfach Orgel bei Prof. Andreas Schröder, Prof. Egidius Doll und Dan Zerfaß an der Musikhochschule in Karlsuhe. Er vervollständigte seine Ausbildung in Kursen bei Ludger Lohmann, Harald Vogel und Ewald Kooiman. Als 2. Organist wurde Florian Bauer berufen, der zuvor schon viele Jahre zuverlässig die Vertretung von Jürgen Maag übernahm. Florian Bauer studierte Musikwissenschaften in Tübingen und erhielt seine Ausbildung an der Kirchenmusikhochschule in Rottenburg u.a. bei Domorganist Wolfram Rehfeldt.